Vier Beispiele aus der Praxis

Gemeinde, Zweckverband und Wasserwerk

Gemeinde, Zweckverband und Wasserwerk streiten jahrelang über die gemeindliche Trinkwasserversorgung. Einige Gerichtsentscheidungen liegen schon vor, mehrere Verfahren sind noch offen, als die Beteiligten die Mediatorin einschalten. Unter ihrer Führung wird in vertraulichen Sitzungen die komplexe Streitbeziehung geklärt und herausgearbeitet, was im Hinblick auf eine Lösung für jeden Beteiligten wichtig ist. Nach rund 20 Stunden insgesamt steht die Einigung einschließlich Rücknahmen aller Klagen und einer abgestimmten Presseerklärung.

Abrechnung Betriebsüberlassungsvertrag

Zwei kommunale Unternehmen können sich über die Abrechnung ihres Betriebsüberlassungsvertrages nicht einigen. Höhepunkt der Auseinandersetzung: Ein Mahnbescheid über einen siebenstelligen Betrag. Um eine Klage zu vermeiden, wird die ausgebildete Wirtschaftsmediatorin beauftragt. Neun Stunden dauern die Verhandlungen mit Geschäftsführern, Wirtschaftsprüfern und Justiziaren. Mehrere Lösungsmodelle werden erarbeitet, die Streitparteien verständigen sich auf eins und schließen die entsprechende verbindliche Vereinbarung.

Logistikunternehmen Gewerbegebiet

Eine Stadt verspricht sich viel vom Ausbau eines Logistikunternehmens in ihrem Gewerbegebiet. Um sich vor Lärmschutzklagen abzusichern, verlangt das Unternehmen jedoch zuvor eine Änderung des Bebauungsplanes. Den ersten Entwurf beanstandet die Bauaufsicht, den zweiten hält die Firma für unzureichend. Jetzt wendet sich der Bürgermeister an die Mediatorin. Sie erörtert mit den Beteiligten die gesamte Situation. So werden neue Perspektiven eröffnet, die unterschiedlichen Interessen ausgeglichen. Nach fünf Stunden ist alles klar. Der Ausbau kommt, neue Arbeitskräfte werden eingestellt, der Betrieb floriert.

Arbeitsverhältnis, Abmahnung Umsetzung

Ein städtischer Angestellter klagt gegen seine Arbeitgeberin. Es geht um zwei Abmahnungen und die Zuweisung eines anderen Arbeitsplatzes nach vorheriger Suspendierung. Der Arbeitsrichter empfiehlt eine Mediation. Die Wirtschaftsmediatorin leitet die Verhandlungen mit Bürgermeister, Arbeitnehmer und Anwälten. Im Verlauf – unterbrochen zwecks vertraulicher Einzelgespräche – zeichnet sich ein möglicher Weg zur Einigung ab. Eine Verständigung über die einzelnen Schritte erfolgt, Erklärungen gegenüber Gericht und Öffentlichkeit inbegriffen. Die Parteien schließen die entsprechende verbindliche Vereinbarung. Nach sechs Stunden ist der Streit beigelegt und zugleich eine neue Grundlage für konstruktive Zusammenarbeit geschaffen.

Kommentar eines Beteiligten:

”Jetzt, nachdem wir eine Lösung gefunden haben, weiß ich, was eine Mediation bewirken kann, zuvor hätte ich das nicht für möglich gehalten”.

Ähnliche Sätze sind immer wieder zu hören – ob es um Mülldeponie oder Klärwerk, Vorstandsquerelen oder Nachfolge im Unternehmen, Erbauseinandersetzungen oder Personalentscheidungen geht.