Mediation ist eine Methode, Konflikte zwischen den Beteiligten einvernehmlich zu lösen. Ihr liegt die Erfahrung zu Grunde, dass Streitigkeiten schnell geregelt werden können und zwar mit Gewinn für alle, wenn bei der Suche nach einer Lösung nicht das übliche juristische ”Wer-Hat-Recht”-Prinzip gilt, sondern die Interessen der Beteiligten im Vordergrund stehen.

Ausgangspunkt nahezu aller Konflikte sind unterschiedliche Interessen der Beteiligten. Im gewohnten Verlauf einer Streitigkeit kommen zugrunde liegende Interessen und Bedürfnisse selten zur Sprache. Die Kommunikation der Konfliktbeteiligten beschränkt sich regelmäßig auf die Mitteilung von Positionen, das heißt, jeder erklärt dem anderen, wie nach seiner Meinung der Konflikt tatsächlich und rechtlich zu beurteilen ist und welche konkreten Forderungen er daran knüpft.

Herzstück der Mediation ist es, die Interessen aufzuschlüsseln, die jeweils hinter den Positionen stehen, die von den Konfliktbeteiligten vertreten werden. Ein professioneller Mediator arbeitet diese Interessen Schritt für Schritt heraus und erkundet, was jedem Beteiligten im Hinblick auf eine nachhaltige Lösung wichtig ist. Dabei findet ein allmählicher Klärungsprozess statt, durch den ein wechselseitiges Verstehen der Sichtweisen und Handlungen der Konfliktpartner gefördert wird. Bei wachsendem Verständnis und Vertrauen sind die Beteiligten zunehmend bereit, neue, kreative, auch ungewohnte Lösungsmöglichkeiten gemeinsam zu entwickeln. Sie gestalten dann den Lösungsweg, der allen Beteiligten am besten entspricht. In 90% der Mediationen kommt es zu einer nachhaltigen verbindlichen Regelung.